Geschichte der Großgemeinde Burgthann

älteres Bauernhaus

Eingebettet zwischen Schwarzachtal und Brentenberg liegt die heutige Großgemeinde Burgthann. Sie umfasst 15 Ortsteile mit einer Gesamtfläche von rd. 4000 ha und wurde 1972 auf freiwilliger Basis gebildet. Damals schlossen sich die Gemeinden Dörlbach, Ezelsdorf, Grub, Oberferrieden, Schwarzenbach, Unterferrieden und die zur Gemeinde Altenthann gehörende Ortschaft Pattenhofen der Gemeinde Burgthann an, um vereint den Anforderungen der Zukunft besser gerecht zu werden. Dieses "Zusammenrücken" kam nicht von ungefähr, denn schon in früherer Zeit (von 1346-1806) waren diese Dörfer ganz oder teilweise dem damaligen "Amt Burgthann", das seinen Sitz in der Burg und von 1792 - 1806 in Oberferrieden hatte, unterstellt. Diese Gemeinschaft ging mit Gründung des Königreiches Bayern im Jahre 1806/08 zu Ende, das Amt wurde aufgelöst und erstmals selbständige Gemeinden gebildet.

Jedes einzelne Dorf der heutigen Gemeinde Burgthann hat eine alte Tradition. (s. auch Großgemeinde und Ortsteile)

So wurde z. B. nahe Ezelsdorf der berühmte Goldkegel, der prähistorisch wertvollste Fund des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg, ausgegraben. Ein weiteres Beispiel hierfür gibt u.a. das Wahrzeichen der Gemeinde, die Burg. Die Burg Thann stammt aus dem 12. Jahrhundert, sie wurde von den Rittern v. Thann, die ihren Sitz ursprünglich im benachbarten Altenthann hatten, erbaut. Die Herren v. Thann waren als Kaiserliche Ministeriale an den Kreuzzügen beteiligt und brachten es dabei zu einem gewissen Vermögen. Doch dieser Reichtum hielt nicht lange an, bereits 1287 mussten sie einen großen Teil des Schlosses an Herzog Ludwig von Bayern verkaufen. Im darauffolgenden Jahr gelangte dieser Besitz über Kaiser Rudolf von Habsburg an den Burggrafen Friedrich von Nürnberg.

Diese erwarben weitere Dörfer in der Umgebung (Ezelsdorf, Ober- und Unterferrieden, Schwarzenbach u.a.) und errichteten zu deren Verwaltung das genannte Amt Burgthann. Es bestand über 460 Jahre, wurde 1792 nach Oberferrieden verlegt und 1806 aufgelöst bzw. das hiesige Gebiet dem neu gebildeten Landgericht Altdorf unterstellt.

Vielmals wechselte im Lauf der Geschichte der Besitzer der Burg. Im Jahr 1988 brachten die intensiven Bemühungen von 1. Bürgermeister Georg Hirsch den gewünschten Erfolg: Die Burganlage konnte erstmals vollständig in den Besitz der Gemeinde gebracht werden. Damit begann ein neues Kapitel in der Geschichte der Burg.

Seither wurde die Burganlage mit ihren Räumlichkeiten und dem Burghof der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. So richtete die Fördergemeinschaft Burg Burgthann e.V. in den oberen Räumen des Hauptbaues und im Kapellenbau ein Heimatmuseum von hohem Niveau ein. Im Erdgeschoss des Hauptbaus sind Fundstücke der archäologischen Grabungen (1987-1989) ausgestellt. 1995 konnte im Rahmen des 150jährigen Jubiläums des LDM-Kanals das Ludwig-Donau-Main-Kanal - Bayerisches Museum - eröffnet werden, das seitdem zahlreiche Besucher nach Burgthann zog. Darüber hinaus finden im Innenhof der Burg regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt. Das erklärte Ziel der Gemeinde ist nach wie vor, die Burganlage mit Leben zu erfüllen und insbesondere auch der Jugend zugänglich zu machen.

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