Ezelsdorf / Steinbach

Ansicht Ezelsdorf
  • Ezelsdorf/Steinbach ist vermutlich eine "echte" Gründung des Volksstamms der Franken
  • Am Ende des 9. Jahrhunderts sind vermutlich die ersten Höfe entstanden
  • Der Ort ist nach dem Gründer "Ezel" benannt worden
  • Im 13. Jahrhunder hatten die Herren von Thann hier Grundrechte
  • 1297 gelangten die Güter an den Deutschherrenorden
  • 1300 gingen sie auf den Burggrafen Friedrich IV. von Nürnberg über
  • von 1350 bis 1806 gehörte Ezelsdorf zum Amt Burgthann und wurde nach dessen Auflösung eine selbständige Gemeinde
  • 1953 findet Michael Dörner den berühmten Goldkegel der heute im Germanischen Nationalmuseum zu besichtigen ist.

 

Das ehemalige Angerdorf dürfte eine "echte" Gründung des Volksstamms der Franken sein, die sich bei ihrer Landnahme bis hierher ausdehnten. Am Ende des 9. Jahrhunderts dürften die ersten Höfe in Ezelsdorf entstanden sein und die Ansiedlung nach ihrem Gründer "Ezel" benannt worden sein. Zuverlässige Unterlagen finden sich erst im 13. Jahrhundert, als die Herren von Thann hier Grundrechte besaßen. Durch den Verkauf ihres Hofes im Jahr 1297 gelangten die Güter des Conrad von Steinlbach an den Deutschherrenorden; dieser blieb deshalb lange Zeit mit dem Ort in enger Beziehung. 1300 gingen diese Güter auf den Burggrafen Friedrich IV. von Nürnberg über. 1350 gehörte Ezelsdorf zum Amt Burgthann. Der Bauernaufstand 1525 hatte den Bewohnern die Bürde des "Blutzehnten" genommen dafür aber den "großen Zehnten", bestehend aus Getreide und Geld, der an die mächtigen Grundherren zu geben war, beschert. In einem Willkürakt des Nürnberger Rates im Jahr 1595 wurden die Bewohner von Ezelsdorf und ihre Nachbarn der 10 km entfernten Pfarrei Rasch zugewiesen. Bei dieser Regelung blieb es bis 1818. Der berühmt-berüchtigte Raubritter "Eppelein von Gailingen" wurde 1381 u.a. von ortskundigen Ezelsdorfer Bauern im Postbauer Gebiet aufgespürt, überlistet und im Turm der Burg Thann gefangen gesetzt, bevor er zur Aburteilung nach Neumarkt, dem Sitz des Gerichtes des Pfalzgrafen, gebracht wurde. Über die Hut- und Weideplätze, besonders die an den Abhängen des Dillbergs gelegenen, kam es im 16. Jahrhundert zwischen Ezelsdorfer Bauern und ihren Nachbarn häufig zu Streit. Im 30jährigen Krieg wurde Ezelsdorf 1632 von Soldaten der Garnison des General Tilly überfallen, beraubt und in Brand gesteckt. Das Decken der Häuser mit Stroh wurde fortan untersagt. Ein weiterer verheerender Brand vernichtete im Jahr 1731 neben mehreren Häusern auch über 1100 große Bäume. Daraufhin wurde im markgräflichen Amt Burgthann Holz Mangelware. Bis zum Jahr 1806 gehörte Ezelsdorf/Steinbach zum Amt Burgthann und wurde nach dessen Auflösung eine selbständige Gemeinde. 1931 legte der Gemeinderat fest, dass der bis dahin gebräuchliche Ortsname Etzelsdorf künftig ohne "t" geschrieben wird. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges treffen 115 Heimatvertriebene in Ezelsdorf ein. 1953 findet Michael Dörner aus Ezelsdorf einen vorgeschichtlichen Goldkegel, der heute im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg zu besichtigen ist. Im gleichen Jahr erhält Ezelsdorf sein eigenes erstes Schulhaus. Seit 133 Jahren gingen die Ezelsdorfer Kinder nach Oberferrieden zur Schule. 1961 entsteht die Siedlung Brunn-Espan mit 165 zum Teil in Selbsthilfe errichteten Wohngebäuden. Dies führte zu einem bisher unbekannten Bevölkerungszuwachs. Deshalb bestand bereits 1965 die Notwendigkeit eines Erweiterungsbaues. Durch die Gründung des Schulverbandes Nürnberg-Land-Süd wurde Ezelsdorf zum Sitz der Teilhauptschule, der die bisherigen Schulen von Ober- und Unterferrieden sowie Lindelburg angegliedert wurden. Nach intensiven Verhandlungen mit der Verwaltung in Burgthann stimmen Bürger und Gemeinderat einem Eingemeindungsvertrag zu; nach diesem wird Ezelsdorf zum 1. Januar 1972 ein Ortsteil der Großgemeinde Burgthann.

(Quelle: "Burgthann - aus der Geschichte der Großgemeinde" von Werner Martin)

 

 

 

 

 

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