Geschichte zur Burg "Burgthann"

Burg Burgthann

Die Burg Thann, die dem Ort seinen Namen gab, wurde um 1160 erbaut. Während in jener Zeit so manche Ritter verarmten und ihr Glück als Raubritter suchten, gelangten die Herren von Thann, die im Raum Altdorf bereits zahlreiche Güter besaßen, zu größerem Reichtum. Dies veranlasste sie zum Bau einer großen und mächtigen Burganlage. Hoch über der Schwarzach, mit einem weiten Blick in deren Tal und über die gesamte Umgebung wurde das Bauwerk errichtet.

Die Anlage bestand, wie alle größeren Burgen der damaligen Zeit aus einer Haupt- und einer Vorburg. Ihren natürlichen Schutz gegen Angriffe fand sie durch die steilen Abhänge des "Nachtgrabens" im Osten, des Schwarzachtals im Norden und des "Schmiedgrabens" im Westen. Auf der Südseite wurde die Hauptburg durch einen künstlichen tiefen Graben von der Vorburg getrennt und konnte nur über eine Zugbrücke erreicht werden. Wenn Gefahr drohte wurden die schweren Eichentore geschlossen und die Brücke hochgezogen.

Die Hauptburg hatte ein Ausmaß von 65 mal 41 Metern und umfasste einen Ost- und einen Südflügel, in dessen Mitte der 35 Meter hohe Burgturm emporragte. Im unterkellerten Ostflügel waren im Erdgeschoss Pferdestallungen, eine Futterkammer und mehrere Vorratsräume untergebracht.

Der große Rittersaal befand sich im ersten Obergeschoss. Er wurde im 15. Jahrhundert durch den Einbau von Zwischenwänden in mehrere kleine Räume unterteilt. Das zweite Obergeschoss war ursprünglich den Frauen vorbehalten. Später diente es auch als Gefängnis.

In der Mitte des Südflügels befand sich das Burgtor, links davon war die Burghut (Torwache). In dieser Burghut waren im Erdgeschoss die Wächter und Jäger untergebracht, außerdem waren hier weitere Stallungen für Kurierpferde sowie ein größerer Hundezwinger angebaut. In den Wohnräumen im Obergeschoss lebte der jeweilige Inhaber der Burghut (meist ein Mitglied der Tanner Sippe) mit  seiner Familie. Der rechts vom Burgtor liegende Teil diente als Rüstkammer und Vorratsraum, außerdem war unter der zu den oberen Stockwerken führenden Freitreppe, die im Ernstfall hochgeklappt werden konnte, eine fensterlose Arrestzelle eingebaut. Im ersten und zweiten Obergeschoss dieses Gebäudeteiles befanden sich ursprünglich die Wohnräume der männlichen Burgbewohner. Diese Räume hatten auch einen direkten Zugang zum wichtigsten Teil der Burg, dem Turm.

Dieser Turm, dessen Mauern bis zu 3,25 Metern dick sind, hatte im Erdgeschoss keinen Zugang. Erst in einer Höhe von 2,5 Metern konnte man damals von außen über eine Leiter durch ein schmales Loch in das massive Bauwerk einsteigen. Wenn bei einem Überfall Feinde in den inneren Burghof eingedrungen waren, flüchteten die Bewohner in den Turm und zogen anschließend die Leiter hoch. Waren im Turm genügend Wasser und Lebensmittel vorhanden, so konnten die Einwohner dem Feind über längere Zeit Widerstand leisten.Im Bergfried erreicht man noch heute eine hölzerne Podesttreppe, die bis in die vorletzte Etage des Rundturmes führt. Ab dieser Stelle (23 Meter Höhe) musste man früher über eine schmale Steintreppe innerhalb der drei Meter starken Turmmauer bis zu der mit einem Spitzdach überbauten Aussichtsplattform emporsteigen. Der Turm hatte bis zum Jahr 1800 einen achteckigen Fachwerk-Aufbau, mit einem aufgesetzten Spitzdach, von wo aus der Burgwächter Ausschau nach Freunden und Feinden hielt.

An der Nord- und Westseite war die Burganlage durch hohe Mauern, die oben mit gedeckten Wehrgängen versehen waren, gegen Angriffe von außerhalb geschützt. Diese Wehrgänge konnten sowohl über die Burghut als auch über zwei in den Burghof führende Freitreppen erreicht werden. Reste dieser ursprünglichen Wehrgänge, die 1806 abgetragen wurden, sind noch nahe der Kapelle erkennbar.

An der nordwestlichen Ecke der Burgmauer befindet sich die Burgkapelle. Dieses Bauwerk war vermutlich in der ursprünglichen Planung nicht enthalten und wurde erst später an die Außenmauer angehängt. Wann diese Kapelle gebaut wurde, ist nicht bekannt. Aus den Altenthanner Kirchenbüchern geht nur hervor, dass von 1604 bis 1924 alle hiesigen Neugeborenen in dieser Kapelle getauft wurden. Das Stockwerk darüber diente als Wohnung, während das Dachgeschoss, in dem sich das Glockentürmchen befand, erst viel später ausgebaut wurde.

Bei schönem Wetter spielte sich das Leben und Treiben der Burgherren im inneren Burghof ab. Für die Zuschauer von Turnieren und sonstigen Darbietungen waren am Süd- und Ostflügel des ersten Stockwerkes Galerien mit Blick in den Hof angebracht, die sowohl von den Wohnräumen als auch über Freitreppen vom Hof aus zu erreichen waren. Im Jahre 1287 wurde die Burg Thann an Herzog Ludwig von Baiern verkauft. 1288 wurde er jedoch schon kaiserliches Lehen und ging an die Burggrafen von Nürnberg und 1347 an die Gräfin Kunigunde von Orlamünde über. Sie soll heute noch als "Die Weiße Frau" durch die Burg geistern.

Im Jahre 1381 beherbergten die Burgthanner den berüchtigten Raubritter Eppelein von Gailingen, der in Postbauer gefangengenommen und für 1 Nacht in der Burg eingesperrt wurde.

(Quellennachweis: Burgthann - Geschichte, Geschichten und Notizen aus den Dörfern der Großgemeinde von Hans Wedel)

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Besitzverhältnisse

Im Laufe der Jahre wechselte die Burg und später auch Teile von ihr mehrmals die Besitzer, bis der 1. Bürgermeister, Georg Hirsch, im Jahre 1988 nach langwierigen und zum Teil sehr schwierigen Verhandlungen die Burg vollständig in den Besitz der Gemeinde bringen konnte.

 

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Fördergemeinschaft Burg Burgthann e.V

1984 wurde auf Initiative der Freiwilligen Feuerwehr Burgthann die "Fördergemeinschaft Burg Burgthann e.V." gegründet, um das historische Wahrzeichen des Ortes vor dem Verfall zu bewahren.

Heute hat der Verein über 500 Mitglieder, die mit freiwilligen Arbeitseinsätzen und Geldspenden inzwischen die eingestürzten Kellergewölbe unter dem Rittersaal freigelegt und wiederhergestellt haben. Auch der Burgturm wurde wieder begehbar gemacht und lädt zu einem weiten Blick über die Umgebung ein.

Die Burganlage ist heute eine Stätte der Begegnung. Zahlreiche Feste finden im Sommer im Burghof statt und in den verschiedenen Kellergewölben feiert man in den kühleren Jahreszeiten. Bekannt ist die Burganlage auch für die Eppelein-Festspiele.

Die ehemalige Kapelle wird als Jugendraum genutzt und zahlreiche Räume wurden in liebevoller Kleinarbeit von den Mitgliedern der Fördergemeinschaft restauriert um ein Heimatmuseum mit verschiedenen Handwerkerstuben, einem alten Schulzimmer und verschiedenen Wohnräumen aus früheren Zeiten einzurichten.

Anlässlich des 150jährigen Jubiläums des Ludwig-Donau-Main-Kanals, der durch die Gemeinde verläuft und ebenfalls ein Wahrzeichen geworden ist, wurde im Südflügel der Burg das "Bayerische Ludwig-Donau-Main-Kanal-Museum" eingerichtet. Hier werden kostbare Unikate und Originale der Wasserwirtschaftsämter Nürnberg, Ansbach und Regensburg ausgestellt. Wertvolle Originalpläne konnten zwischenzeitlich dazuerworben werden. Dem Besucher wird neben der Geschichte des "alten Kanals", wie er in dieser Gegend genannt wird, das Leben um und mit dieser Wasserstraße vermittelt.

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Das Kanalmuseum ist derzeit wegen Umbaumaßnahmen geschlossen!

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Hier finden Sie alle Veranstaltungen auf der Burg

Burgflyer