Evang. Marienkirche Unterferrieden

Marienkirche Unterferrieden

Wann die heutige Dorfkirche gebaut wurde, ist nicht belegt; es kann jedochangenommen werden, dass der mächtige Bau aus dem 13. Jh. stammt. Auffallend ist, dass beim Verkauf der "Eichstädter Güter" zu Unterferrieden im Jahr 1335 dieses Gotteshaus nicht ausdrücklich erwähnt wurde, während der Kirchensitz zu Oberferrieden in der Urkunde erscheint.Die Kirche von Unterferrieden gilt als typische romanische Chorturmkirche, ihr Turm überragt mit seinen 26 Metern Höhe und seinem gedrungenen Spitzdach nur mäßig das Kirchendach. Das Rundbogenportal an der Westseite wird im Innern durch einen runden Chorbogen ergänzt. Die einzigartige, hochgezogene, rippenlose Chorwölbung dürfte bereits der Frühgotik angehören. Die Kirche birgt auch einige bescheidene Kunstschätze, so eine Madonnenfigur im Chorraum, die um 1425 entstanden sein dürfte. Aus der Zeit um 1500 stammen auch die Holzplastiken der Heiligen Laurentius und Dominikus, ebenso das Kruzifix.Am wertvollsten sind die Fresken an den Chorwänden, die übertüncht waren und 1911 durch den Nürnberger Kunstmaler Karl Vogt wieder aufgedeckt wurden. Leider sind diese Wandgemälde im Jahr 1847, als man im Chorraum drei Fenster ausbrach, sehr zerstört worden. Bei der Kirchenrenovierung im Jahre 1951 - damals wurden diese 1847 ausgebrochenen Fenster wieder zugemauert - konnten auch diese Fresken wieder in ihrer ursprünglichen Bemalung ergänzt werden, sie dürften ebenso wie die prachtvollen Evangelistensymbole in den Gewölbefeldern aus der ersten Hälfte des 14. Jh. (1325) stammen. Wand- und Deckenfresken gab es im Mittelalter häufig, sie dienten nicht nur als Schmuck, sondern bildeten zugleich für die des Lesens unkundigen Laien eine "niblia pauperum" (Armenbibel). Leider wurden viele dieser Wandmalerein in späteren Jahrhunderten übertüncht und konnten nicht mehr gerettet werden.1699 fand in der Kirche ein größerer Umbau statt, wobei u.a. eine Empore eingebaut wurde. 1847 wurde das Innere der Kirche, was bis dahin zum Teil als "armselig, finster und unheimlich" bezeichnet wurde, verbessert. Größere Reparaturarbeiten waren auch im Jahr 1895 fällig. Dabei wurde die Orgel durch ein Harmonium ersetzt. Am Gründonnerstag des Jahres 1914 wurde eine neue, vom Altsitzer Johann Christof Meier gestiftete Kirchenglocke aufgezogen, die der Meister Heller aus Rothenburg gegossen und mit 602 Mark berechnet hatte. Im Jahr 1951 wurde eine neue Orgel aus der Werkstatt von Peter Holländer aus Feuchtwangen geweiht.Die letzten erheblichen Renovierungsarbeiten am Gotteshaus in Unterferrieden wurden 1979/80 durchgeführt.

(Quellennachweis: Burgthann - Geschichte, Geschichten und Notizen aus den Dörfern der Großgemeinde von Hans Wedel)